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Ist die Musiklehrerausbildung an der Musikhochschule Lübeck in Gefahr?

VDS und AfS protestieren dagegen, dass die gymnasiale Musiklehrerausbildung zur Verhandlungsmasse wird

15. Jun. 2011 –

In einem Bericht der Lübecker Nachrichten vom 21.1.2011 wird Prof. Inge-Susann Römhild, die Rektorin der Lübecker Musikhochschule, mit den Worten zitiert:


"Wir wissen um die schwierige Haushaltslage des Landes (…) aber vier Professorenstellen müssen dringend besetzt werden, um die Qualität aufrechtzuerhalten", so Inge-Susann Römhild [die Rektorin der Musikhochschule]. Auf den Vorschlag, "gegebenenfalls müssten künftig eben ganze Instrumental-Angebote wegfallen", reagiert Prof. Römhild mit der Aussage, die künstlerische Ausbildung müsse "Kern des Lehrangebots einer jeden Musikhochschule sein". Wenn weggespart werden muss, wird es die Lehrerausbildung treffen.

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Dazu nehmen VDS und AfS gemeinsam in einem offenen Brief an die Rektorin der einzigen Ausbildungsstelle für Musiklehrer an Gymnasien in Schleswig-Holstein Stellung:

Sehr geehrte Frau Prof. Römhild,
Sehr geehrte Damen und Herren,

die schulmusikalischen Verbände Schleswig-Holsteins sehen mit Sorgen eine deutliche Unterversorgung der musikpädagogischen Bildungsangebote an der Musikhochschule Lübeck und möchten mit diesem Schreiben zu einer Stärkung des schulmusikalischen Profils aufrufen.

Die Lübecker Musikhochschule benötigt in ihrem Institut für Schulmusik zur Versorgung der aufwachsenden Bachelor- und Masterstudiengänge dringend weiteres Lehrperso-nal, muss sich aber stattdessen – und trotz eines Aufwuchses der zugewiesenen Landesmittel im Jahr 2009 – mit dem Wegfall einer der bisherigen pädagogischen bzw. musikpädagogischen Professuren arrangieren und deshalb mit nur noch einer einzigen Professur und einer unzureichenden Ausstattung an Lehrpersonal begnügen. So kann der Bedarf an Unterrichtsangeboten für künftige Musiklehrerinnen und Musiklehrer nicht mehr gedeckt werden.

Statt einer Stärkung des musikpädagogischen Profils nehmen wir mit Bestürzung zur Kenntnis, dass die Präsidentin der Musikhochschule Lübeck jüngst im Norddeutschen Rundfunk den gesamten Ausbildungszweig der Musiklehrerbildung zur Disposition gestellt hat. Diese Äußerungen werten wir als deutliches Signal gegen eine umfassende Unterstützung der pädagogischen Arbeit am einzigen Ausbildungsinstitut für Musiklehr-kräfte an Gymnasien Schleswig-Holsteins, das nicht zuletzt auch eine nachteilige Wir-kung auf die Attraktivität des Hochschulstandortes für künftige Lehramtsanwärter hat.

Während andere Hochschulen, wie z. B. in Detmold und Hannover, sich nachdrücklich um die Schärfung ihres pädagogischen Profils bemühen, dies auch öffentlich bekunden und bei der Ausschreibung von Stellen berücksichtigen, vermittelt die Musikhochschule in Lübeck den Eindruck, dass die Schulmusik nur widerwillig im Hause geduldet wird, dass also im Grunde allein die künstlerische Ausbildung die unbedingte Unterstützung des Präsidiums besitzt.  

Wir halten diese Signale gegen eine musikpädagogische Breitenförderung gerade in Zeiten sinkender musikalischer Grundkompetenzen und deutlich verschlechterter schulischer Unterrichtsversorgung für verfehlt. Dies betrifft sowohl die musikpädago-gische Arbeit an Allgemeinbildenden Schulen und an Musikschulen, als auch die Förde-rung des künstlerischen Nachwuchses und damit letztendlich auch die künstlerische Ausbildung an den Musikhochschulen und das gesamte Musikleben in unserer Gesellschaft.

Wir rufen dazu auf, in Lübeck sowohl die künstlerischen als auch die musikpädagogi-schen Studiengänge angemessen im Blick zu behalten und würden es sehr begrüßen, wenn sich das Präsidium der Musikhochschule durch eine verstärkte Stellenzuweisung und durch öffentliche Bekundungen für eine Verbesserung der Ausbildungssituation der Schulmusik in seinem Hause einsetzen würde.  

Sebastian Klingenberg    Dr. Michael Pabst-Krueger


Die Antwort von Prof. Römhild:

Sehr geehrter Herr Klingenberg, sehr geehrter Herr Dr. Papst-Krüger,
Ihre Sorge um die Versorgung der Allgemeinbildenden Schulen mit gut ausgebildeten Lehrkräften für das Fach Musik wird von der Musikhochschule Lübeck (MHL) geteilt. (…) Inwiefern das Land die MHL hoffentlich in die Lage versetzen wird, das schulmusikalische Profil zu stärken, bleibt abzuwarten.


der vollständige Brief von Prof. Römhild

Interview von Prof. Römhild mit den KN

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