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Wahlprüfsteine 2011
der musikpädagogischen Verbände in Schleswig-Holstein
20. Sep. 2011 – Der VDS und der AfS haben gemeinsam Fragen an die politischen Parteien zum Verlust der musikalischen Breitenbildung an den Schulen in Schleswig-Holstein formuliert.
1.
Im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention werden immer mehr Schülerinnen und Schüler mit Behinderung inklusiv, bzw. integrativ an Regelschulen beschult. Sie sollen durch die zuständigen Förderzentren im gemeinsamen Unterricht begleitet werden. Dies geschieht allerdings überwiegend in den Hauptfächern, so dass auf der einen Seite die Musiklehrer der allgemeinbildenden Schulen auf sich allein gestellt sind und es zum anderen viele qualifizierte Sonderpädagogen für das Fach Musik gibt, die dieses Fach nicht unterrichten, da sie an Regelschulen in den Hauptfächern eingesetzt sind.
Können Sie die Position Ihrer Partei zu diesem Dilemma darlegen?
2.
Es gibt über sechshundert Schulen der Sekundarstufe 1 in Schleswig-Holstein. Pro Jahr werden an der Universität Flensburg aber nur wenige Musiklehrerinnen und Musiklehrer für den Bereich der Sekundarstufe I ausgebildet, was den Nachwuchsbedarf nicht ansatzweise deckt.
Was gedenkt Ihre Partei zu unternehmen?
3.
Das Unterrichtsfach Musik ist in der Kontingentstundentafel der Sekundarstufe I mit Sport und Kunst in einem Kontingent zusammengefasst. Dies hat zur Folge, dass an vielen Schulen überhaupt kein Musikunterricht mehr gegeben wird, ohne dass durch Nichterfüllung der Kontingentstundentafel überhaupt ein Mangel auftritt.
Wie gedenken Sie diesem Misstand abzuhelfen?
4.
In der neuen Profiloberstufe ist Musik im 13. Jahrgang nur noch in den wenigen Musikprofilklassen im Land verpflichtend Fach vorgesehen und spielt daher als Abiturprüfungsfach praktisch keine Rolle mehr.
Die in unseren Wahlprüfsteinen genannten Missstände haben zur Folge, dass der Stellenwert der musikalischen Breitenbildung an den meisten weiterführenden Schulen gen Null tendiert.
Wie gedenken Sie dem abzuhelfen?
Kiel, 20.9.2011
Sebastian Klingenberg Dr. Michael Pabst-Krueger


